Berufsunfähigkeit

Was ist eine Berufsunfähigkeit genau?

Wikipedia schreibt dazu:

Berufsunfähigkeit ist die dauernde krankheits-, unfall- oder invaliditätsbedingte Unfähigkeit einer Person, ihren Beruf auszuüben.

Auch der Gesetzgeber hat sich zu diesem Thema schon Gedanken gemacht, nämlich in §240 (2) Sozialgesetzbuch (SGB):

Berufsunfähig sind Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als sechs Stunden gesunken ist. Der Kreis der Tätigkeiten, nach denen die Erwerbsfähigkeit von Versicherten zu beurteilen ist, umfasst alle Tätigkeiten, die ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechen und ihnen unter Berücksichtigung der Dauer und des Umfangs ihrer Ausbildung sowie ihres bisherigen Berufs und der besonderen Anforderungen ihrer bisherigen Berufstätigkeit zugemutet werden können. Zumutbar ist stets eine Tätigkeit, für die die Versicherten durch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben mit Erfolg ausgebildet oder umgeschult worden sind. Berufsunfähig ist nicht, wer eine zumutbare Tätigkeit mindestens sechs Stunden täglich ausüben kann; dabei ist die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen.

Im Grund bedeutet es, dass eine Person nicht mehr arbeiten kann und damit auch nicht in der Lage ist, monatlich Geld zu verdienen.

Was sind die häufigsten Gründe?

Ohne jetzt die Statistiken der letzten Jahre genau zu beleuchten, ergibt sich ein relativ stabiles Bild: psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates belegen die beiden vorderen Plätze. Dahinter folgen mit konstanten Quoten dann Krebs in sämtlichen Ausprägungen und Unfälle.

Krebs hat m. E. die Sonderstellung, dass es jeder davon betroffen sein kann, unabhängig welcher Berufsgruppe er angehört und mittlerweile - dank Arbeitsschutz - kaum noch vermehrt bei spezifischen Berufen auftritt.

Unfälle wiederum sind stark von der Berufsgruppe abhängig. Dies ist dahingehend einleuchtet, da ein klassischer Arbeitsunfall wie "vom Dach fallen", bei einem Informatiker oder Arzt nicht vorkommen kann. Die anzahl bzw. Quote ist leider konstant, da statistisch gesehen pro x Arbeitsstunden ein Unfall passiert. Arbeitsschutz und Unfallverhütung ist hier das Zauberwort, Restrisiko bleibt aber trotz aller Verbesserungen bestehen.

Betrachtet man nun die beiden Spitzenreiter, ergibt sich, dass Leute, die einer körperliche Arbeit (Dachdecker, Schlachter und Arbeiter auf dem Bau) oder einer psychische belastenden Arbeit (Kranken- / Altenpfleger, Sozialarbeiter) nachgehen, am häufigsten von einer Berufsunfähigkeit davon betroffen sind. Auch dies erscheint logisch, da ein Informatiker, der den ganzen Tag sitzt, keine Verschleißerscheinungen z.B. an der Wirbelsäule haben dürfte, wohingegen ein Krankenpfleger, der täglich Patienten umbettet oder ein Maurer, der Tag für Tag Ziegelsteine bewegt, eher davon betroffen ist. Analog verhält es sich mit der psychischen Belastung (Ingenieur vs. Sozialarbeiter).

Zusammengefasst: Es gibt Berufe, bei denen eine Berufsunfähigkeit häufiger vorkommt und welche, die berufsspezifisch weniger davon betroffen sind, und es gibt Dinge, die jeden Treffen können.

Was bedeutet es, Berufsunfähig zu werden?

Ganz einfach gesprochen: wer berufsunfähig ist, kann nicht mehr arbeiten und verdient kein Geld. Der Lebensunterhalt muss also anderweitig bestritten werden.

Der bereits erwähnte §240 im SGB sieht in Abs. 1. vor dass Leute die

  1. vor dem 2. Januar 1961 geboren und
  2. berufsunfähig

sind, Anspruch auf eine (Berufsunfähigkeits-) Rente haben.

Wenn wir kurz nachrechnen, wird niemand in "meiner Generation" von dieser BU-Rente profitieren.

Um die weitere staatlich Absicherung anzuführen: zunächst bekommt man Arbeitslosengeld I aus der "Zwangsversicherung", die jeden Monat vom Gehalt abgezogen wird danach Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Da man als Selbstständiger normalerweise nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlt, gibt es kein Arbeitslosengeld I. Was bleibt ist Hart IV, was wiederum den Nachteil hat, das vorhandenes Vermögen aufgebraucht werden muss, bevor man diese Leistung bekommt. Ich weiß, dass dies stark vereinfacht ist, ich möchte jedoch an dieser Stelle auf die genauen Modalitäten von Hartz IV nicht eingehen. Weitere Infos gibt es hier auf meiner Seite.

Was bleibt als Alternative zu Hartz IV? Entweder man verfügt über genügend Kapital, von dem man Leben kann oder man benötigt eine Versicherung, die einspringt.

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